09-2020 September - Carnica-Biene

Carnica Bienenzuchtverband

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09-2020 September

Monatsbetrachtungen
Imkerei im August bis September
 
Jetzt ist wichtig, die Bienenvölker und Ableger mit Futter zu versorgen, so dass die Königinnen nicht aus  der Brut gehen, sondern gut weiterbrüten, um eine ausreichende Volksstärke für den Winter zu erreichen. Zur Fütterung stehen verschiedene Arten von Futter zur Verfügung.
  • Futtersirup
  • Zuckerwasser
  • Futterteig

 
Welches Futter ist zur Einfütterung am besten geeignet.
Wir empfehlen zur Einfütterung immer Flüssigfutter, da es die Königin eher am Legen hält als Futterteig. Dieser eignet sich nur dann, wenn ich sehr früh das Füttern beginne, damit die Völker ausreichend Zeit haben, ihn abzunehmen und umzuarbeiten (Trachtpausen im Sommer).

 
Flüssigfutter
Jeder Imker kann als selbst angerührtes Zuckerwasser oder als Fertigfuttersirup auf Rübenzuckerbasis gegeben werden. Wähle ich Zuckerwasser, muss ich wissen, dass die Bienen zum Einlagern länger brauchen als bei vorinvertiertem Sirup. Außerdem muss ich die Dauer des Anrührens vor dem Füttern und die Gabe von geringeren Mengen (bei Zuckerwasser) gegenüber Sirup einkalkulieren. Das kostet alles mehr Zeit. Der geringere Preis des Zuckers sollte hier nicht die ausschlaggebende Rolle spielen. Man kann sagen, dass pro 1 kg Zucker oder 1 kg Sirup ca. 1 kg Futter eingelagert wird. Somit hält sich der Kostenfaktor ziemlich die Waage. Lediglich die aufgebrachte Zeit ist bei Fertigfuttersirup geringer, da dieser direkt verfüttert werden kann, nicht angerührt und je nach Volksstärke und Beutengröße umgefüllt werden muss.

 
Konzentration
Sollen die Bienen noch Mittelwände ausbauen wie z.B. bei Kunstschwärmen, ist Zuckerwasser 1:1 in kleineren Gaben besser geeignet, da es deutlich mehr Wasser enthält als die 3:2-Mischung. Für die reine Anlage von Futtervorräten ist aber die konzentriertere Lösung zu bevorzugen. Bei beiden gilt, dass maximal 5 l pro Gabe verabreicht werden können, bei Jungvölkern nur ca. 2 – 3 l. Die Einzelgaben sind also auch von der Volksstärke abhängig. Nur dort, wo genügend Bienen zum Umarbeiten vorhanden sind, sind 5 l möglich. Das ist anders bei Invertzuckersirup. Von ihm kann einem Vollvolk problemlos ein ganzer Eimer mit 10 l auf einmal aufgesetzt werden, er ist stärker konzentriert und vorinvertiert ist, und damit verdirbt er nicht so leicht.
Zuckerlösung, die zu lange auf den Völkern bleiben, bis sie verbraucht werden, können verschleimen oder verschimmeln, und derartiges Futter wollen wir den Bienen nicht zumuten. Sie nehmen es meistens auch nicht mehr ab.

 
Futtermenge
Die Futtermenge, die ein Bienenvolk zur sicheren Überwinterung besitzen sollte, beträgt bei einräumigen Völkern ca. 15 kg und bei zweiräumigen 18 bis 22 kg. Pro bienenbesetzte Zanderwabe muss 1,5  bis 2 kg Futter vorrätig sein. Vom Bedarf wird die in den Völkern verbliebene Futtermenge abgezogen, um zu wissen, wie viel Futter wir geben müssen. Wurde vor der Varroabehandlung eine Futtergabe verabreicht, so fließt diese nicht in die Gesamtfuttermenge ein, da sie durch verstärkten Bruteinschlag verbraucht wird. Auf einer voll verdeckelten Zanderwabe befinden sich nach Abschluss des Eintrags  und  der  Umarbeitung ca. 2 kg Futter.
Die Fütterung kann in Handelsüblichen oder speziellen Futtereinrichtungen wie Futtertrögen erfolgen, die alle den Bienen einen guten Zugang ohne die Gefahr des Ertrinkens gewähren.
Auch die im Handel erhältlichen Futtereimer mit einem Siebeinsatz im Deckel, die direkt in einer Leerzarge auf die Oberträger gestülpt werden, eignen sich gut, solange sie dicht sind. Die einfachsten Varianten sind offene Eimer oder Wannen auf einer teilweise umgeschlagenen Folie in einer Leerzarge über dem Bienensitz, wenn sie geeignete Schwimmer enthalten. Fehlen diese, würden die Bienen zwar in das Gefäß gelangen, aber voller Futter nicht mehr herauskommen und ertrinken.

 
Räuberei
Einer Räuberei geht immer eine Eselei des Imkers voraus. Immer dort, wo wir nicht aufpassen, z. B. Futter verschütten und nicht abwischen, merken die Suchbienen das sehr schnell, bedienen sich und suchen weiter. Sie finden dann vielleicht Völker, die schwächer sind und noch ein großes Flugloch besitzen. Dort gibt es auch dieses lecker riechende Futter, also bedienen sie sich. Wir Imker freuen uns bei nächsten Fütterung, dass der Schwächling den Futtertrog so schön ausgeleert hat, und geben ihm die nächste Gabe, die wieder von den Nachbarn abgeholt wird, bis er nichts mehr hat. Das nennt man stille Räuberei, den am starken Flug beim schwachen Volk wäre es zu bemerken, wenn wir darauf achten würden. Sind die Nachbarn aber erst mal am Räubern, hilft auch das Einengen des Fluglochs meist nicht mehr. Man muss den Schwächling verschließen, an einen Standort außerhalb des Flugradius bringen und dort mit kleinem Flugloch fliegen lassen, sonst hat er keine Überlebenschance.
Auch ist es wichtig, dass Bienenstöcke und  Futterkästen dicht sind, damit nicht Suchbienen eindringen und sich ohne Verteidigung durch die Wächter, die das Flugloch bewachen, ihr Futter nach Hause tragen.
Es sollte am Abend gefüttert werden, um der Räuberei vorzubeugen, denn wo kein Flugbetrieb mehr ist, sind auch keine suchenden Räuber mehr unterwegs.
Müssen die Völker während der Fütterung kontrolliert werden, so sollte man dazu den frühen Morgen wählen, zu dieser Zeit sind die Bienen noch mit Stockarbeiten beschäftigt, und wenig Flugbienen unterwegs.
Fällt bei einer Kontolle der Futtervorräte im September auf, dass einige Völker zu wenig Futter eingelagert haben, so müssen an diesem Standort alle Völker nachgefüttert werden, die mit ausreichend Futter erhalten nur eine kleine Menge. So riechen nicht nur die mit Bedarf nach leckerem frischem Futter und werden von den gut gefütterten nicht ausgeraubt, da der ganze Stand nach Futter duftet.
Spätere Nachfütterungen ab Mitte September sollten mit Zuckerwasser erfolgen, welches noch aufgenommen wird.
Fertigfutter wird meistens nicht mehr angenommen.

 
Wespen und Hornissen
Auch die Wespen und Hornissen hatten eine gute Entwicklung, finden nun aber ebenfalls keinen reich gedeckten Tisch mehr. Nun sind zu schwache Einheiten gefährdet.
Wespen und Hornissen sind nicht die Ursache von eingehenden Völkern, es ist wie  bei sonstiger Räuberei sind es die voran begangene Fehler des Imkers.
Oft haben Räuberbienen zuvor schon begonnen, geschwächte Völker (Weisellosigkeit, Futtermangel, Varroaschaden) auszuräumen, bevor es vom Imker  bemerkt wird.
Räumen Sie daher Begattungseinheiten auf und vereinigen Sie geschwächte aber gesunde Völker untereinander. Verkleinern Sie unbedingt die Fluglöcher der Bienenvölker.

 
Varroakontrollen und weitere Behandlungen
Die Varroamilbenkontrolle ist das Einmaleins einer erfolgreichen Behandlung gegen diesen Bienenparasiten und die damit vergesellschafteten Viren. Nicht selten ist die Wirksamkeit nicht so wie gewünscht. Daher gilt es frühzeitig zu erkennen, bei welchen Völkern noch eine zu hohe Milbenlast vorhanden ist.
Entscheidend ist nicht allein, wie viele Milben durch die Behandlung abfallen, sondern vielmehr, wie viele im Volk verblieben sind. Starker Milbenabfall während der Behandlung zeigt jedoch eine hohe Belastung an, weshalb auch bei einer wirksamen Behandlung anschließend in der Folge ein hoher Restmilbenbefall zu erwarten ist. Geringer Milbenabfall während bzw. kurz nach der Anwendung kann auf geringen Befall, aber auch auf eine unzureichende Wirkung hinweisen, daher ist eine gesunde Skepsis ratsam.
Der Milbenbefall sollte nach einer Behandlung idealerweise unter 1 Milbe je Bienenbefallsprobe und Bodeneinlage je Tag liegen. Liegt er deutlich höher, ist später eine weitere Behandlung erforderlich.
Brütende Völker werden durch eine fachgerechte Behandlung mittels Ameisensäure so stark von Milben entlastet, dass die nachfolgende Brut weitestgehend gesund aufgezogen wird.
In den seltensten Fällen reicht allerdings eine Ameisensäurebehandlung alleine aus, weshalb man eine weitere Behandlung im Abstand von ca. 4 Wochen einplanen sollte.
Keinesfalls sollte man jedoch sofort nach einer Ameisenbehandlung eine weitere gleich starten. Die betroffenen Völker brauchen eine Regenerationspause, ohne Brutausfall, deshalb wird dazwischen gefüttert.
Ziel dieser Diagnose ist es Zeitpunkt und Methode der Behandlung festzulegen.
Ein effektives Varroamanagement ist nach wie vor eine grundlegende Voraussetzung für eine gute Überwinterung.
War die Sommerbehandlung erfolgreich, sind in der Folgezeit zunächst nur Umgebungseinflüsse zu prüfen. Eine regelmäßige Gemüllkontrolle im Abstand von 2 bis 3 Wochen lässt einen starken Anstieg von Milben im Volk rechtzeitig erkennen.
Eine erhöhte Aufmerksamkeit hinsichtlich Milbenentwicklung bedeutet, dass bis zur Behandlung weitere Gemülldiagnosen erfolgen sollten! Auch hier ist eine Ameisensäure-Behandlung im Langzeitverdunster empfehlenswert.
Eine Restentmilbung der Bienenvölker in der brutfreien Phase nach Einstellung der „Außenaktivitäten“ sollte für den Spätherbst geplant werden. Fehler in der Spätsommerpflege können jedoch dadurch nicht mehr ausgeglichen werden.

 
Arbeiten in der Imkerei:
  • Fluglöcher beobachten
  • Wintersitz einrichten
  • Völker auf neue Königinnen umweiseln
  • Bienenvölker füttern
  • Varroamilbenkontrolle mit Stockwindel oder Puderzuckermethode
  • Varroabehandlung durchführen (Ende August -  Mitte September)
  • Räuberei vermeiden, Völker einengen
  • Schutz gegen Wespen und Hornissen aufstellen
  • Weidezäune aufstellen, zum Schutz der Bienenvölker
  • Wassergehalt der Ernte prüfen
  • Honig abfüllen
  • Schleuderraum reinigen
  • Gerätschaften nach der Honigernte reinigen
  • alte Rähmchen ausschmelzen und das Bienenwachs reinigen
  • Weiterbildungsangebote verschiedener Kurse, Lehrgänge  in den Vereinen, Verbänden nützen (http://www.wanderlehrerverband-ktn.at/)
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