10-2019 Oktober - Carnica-Biene

Carnica Bienenzuchtverband

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10-2019 Oktober

Monatsbetrachtungen
Imkerei im September bis Oktober

 
Die Tage werden wieder merklich kürzer und am 23. September erreichen wir heuer die Tag- und Nachtgleiche. Der Herbst steht vor der Tür. An den warmen Tagen des Spätsommers können unsere Bienen noch eifrig Pollen sammeln. In manchen Bienenständen kann allerdings aufgrund des besonderen Witterungsverlaufs in diesem Jahr mit viel Hitze und Trockenheit auch ein frühes Ende der natürlichen Pollenversorgung auftreten. Andererseits zeigen sich in niederschlags-reicheren Orten auch schon erste Pflanzen bzw. Sträucher sogar mit einer zweiten Blüte. An einigen Bienenstandorten sind deshalb die natürlichen Pollenvorräte derzeit als gut bis sehr gut einzuschätzen. An manch anderen Standorten können Bienenvölker durch die von Landwirten angebauten Begrünungsflächen wie Phacelia, Senf und Buchweizen in der heren Umgebung ihre Pollenvorräte auffüllen. Spätestens Mitte September kontrollieren wir noch einmal die Futtervorräte der einzelnen Völker durch Ankippen oder durch Wiegen. Hier haben sich neben Stockwaagen auch Federzugwaagen bewährt. Letzte Futtergaben von einigen Litern Zuckerwasser oder Sirup sind jetzt noch problemlos möglich. Futterteig im September ist keinesfalls empfehlenswert, da er zu langsam abgenommen wird und zu aufwändig von den ersten Winterbienen verarbeitet werden muss. Einräumig eingefütterte Völker im Einheitsmaß oder Zandermaß sollten dann etwa 15 kg fertigen Futtervorrat aufweisen, zweiräumige Völker etwa 20 kg.
 
Sind die Völker ausreichend mit Futter versorgt, werden auch die Futtertröge oder Futtereimer entfernt und gereinigt. Spätere Nachfütterungen mit Flüssigfutter im Oktober sollten nur noch ausnahmsweise wenn erforderlich dann direkt am Bienensitz und am besten mit Zuckerwasser erfolgen. Wenn vorhanden, kann man bei Bedarf auch überschüssige verdeckelte Futterwaben von gut versorgten Völkern in das eine oder andere bedürftige Volk umhängt werden.
 
Im Fall von zu viel Futter in allen Waben entfernen wir im September am Rand volle Futterwaben (überwintern diese kühl und trocken), rücken den Wabenblock jeweils am Brutnestrand auseinander und hängen je nach Volkstärke und Beutentyp etwa 1-2 Leerwaben jeweils neben der Brut ein. Wenn dies früh genug noch in einer warmen Wetterphase gemacht wird, können normale Bienenvölker auch noch im September und Oktober durch Umtragen von Vorräten aus den vollen Waben das Winterfutter ausreichend auf die inneren Waben verteilen und so für genügend leere Zellen und ausreichend Futter im Wintersitz sorgen. Durch zu starkes Füttern bzw. starken Herbsteintrag oder aus einer Räuberei Können die Waben so voll getragen worden sein, dass die Bienen im Winter kalt auf vollen Futterflächen sitzen müssen und dann möglicherweise keine richtige Wintertraube bilden können. Ausreichend leere Zellen werden jedoch für die Erwärmung der Wintertraube benötigt.
 
Für eine erfolgreiche Varroabehandlung ist es erforderlich den aktuellen Befallsgrad in den Völkern zu erkennen. Wiederholte Befallskontrollen mit der Puderzuckermethode können dabei im Abstand von 3-4 Wochen durchgeführt werden. Die Überprüfung des natürlichen Abfalls der Varroamilben mittels eingelegter Bodenschieber im Gitterboden ist jedoch einfacher durchführbar, frühestens 12 Tage nach der letzten Ameisensäurebehandlung. Die abgefallenen Milben auf der Bodeneinlage (Stockwindel) werden am besten in kurzen Abständen von 2-3 Tagen ausgezählt, sonst erschwert das Gemüll die Erkennung der Varroamilben. Dabei wird jede gefundene Milbe gezählt und durch die Anzahl der Tage geteilt. Steigt der natürliche Abfall auf einen Wert von 5 Varroamilben pro Tag und darüber an, ist auf jeden Fall noch einmal zu behandeln.
 
Weil wir nicht wissen wie lange sich die Bruttätigkeit im Herbst fortsetzt, kann es bei entsprechend hohen Milbenzahlen auch noch Ende September, Anfang Oktober (meist auch nur bei einzelnen Völkern) erforderlich sein, nochmal eine Behandlung gegen die Varroamilbe durchzuführen.
 
 
Passt das Wetter ist eine Ameisensäurebehandlung im Liebigdispenser empfehlenswert, dieser kann bis Mitte Oktober bei warmen Tagen (14 – 15°C) verwendet werden. Das hat eine schnelle Wirkung und die Brut kann im Regelfall weitestgehend erhalten bleiben.
 
 
Wichtig: Die Maßnahme muss dem Wetter angepasst werden und nicht umgekehrt!
 
Passt das Wetter nicht, muss eine wetterunabhängige Behandlung gewählt werden. Wirksam ist hier die Entnahme der verdeckelten Brut und anschließender Behandlungen mit Oxalsäure (Bienenwohl).
 
Eine Restentmilbung der Bienenvölker in der brutfreien Phase nach Einstellung der „Außenaktivitäten“ sollte für den Spätherbst geplant werden. Fehler in der Spätsommerpflege können jedoch dadurch nicht mehr ausgeglichen werden.
 
Gerade eine Varroabekämpfung mit organischen Säuren, die für die Honigqualität sicherlich die beste Wahl ist, es muss nicht wie mit anderen Behandlungsmitteln mit Rückständen im Honig und Bienenwachs gerechnet werden.
 
 
In der Einwinterungsphase verfolgen wir dabei drei Ziele:
 
1. Gute Bedingungen für die Bildung von gesunden Winterbienen ermöglichen.
 
2. Negative Umgebungseinflüsse vermeiden (z. B. Räuberei).
 
3. Wenig Völkerverluste
 
4. Die Startbedingungen für das Folgejahr optimieren.
 
 
 
Arbeitsschutz = Eigenschutz (Gesundheit)
 
Die Notwendigkeit der Arbeitsschutzausrüstung führt immer wieder zu Diskussionen bei den Imkern. Gerade die Schutzbrille, die im Sommer auch gerne beschlägt, wird oft als hinderlich empfunden! Denken Sie aber immer an die Folgen einer Verletzung oder Verätzung!
 
Diese können insbesondere in Bezug auf Augen und Lunge massiv sein!
 
Deshalb: Die Einhaltung der Arbeitsschutzauflagen ist Grundvoraussetzung einer jeden Behandlungsmaßnahme. Ein gefüllter Wassereimer sollte auch immer vorhanden sein. Die entsprechende Ausrüstung findet sich in der Regel in jedem gut sortierten Fachgeschäft.
 
 
 
Arbeiten in der Imkerei:
 
·         Fluglöcher beobachten
 
·         Wintersitz einrichten
 
·         Völker auf neue Königinnen umweiseln
 
·         Bienenvölker füttern
 
·         Futtervorräte kontrollieren
 
·         Varroamilbenkontrolle mit Stockwindel oder Puderzuckermethode
 
·         Varroabehandlung durchführen (Ende August -  Mitte September)
 
·         Räuberei vermeiden, Völker einengen
 
·         Schutz gegen Wespen und Hornissen aufstellen
 
·         Weidezäune aufstellen, zum Schutz der Bienenvölker
 
·         Wassergehalt der Ernte prüfen
 
·         Honig abfüllen
 
·         Schleuderraum reinigen
 
·         Gerätschaften nach der Honigernte reinigen
 
·         alte Rähmchen ausschmelzen und das Bienenwachs reinigen
 
·         Weiterbildungsangebote verschiedener Kurse, Lehrgänge  in den Vereinen, Verbänden nützen (http://www.wanderlehrerverband-ktn.at/)
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