11-2019 November - Carnica-Biene

Carnica Bienenzuchtverband

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11-2019 November

Monatsbetrachtungen
Imkerei im Oktober bis November
 

Bei Tagestemperaturen im Oktober/November bei weiterhin meist um die 20°C wirkt es unpassend über die Winterfestigkeit der Bienenvölker zu schreiben. Es können diese verhältnismäßig warmen Temperaturen bis in den Dezember vorkommen, das haben die letzten Jahre schon gezeigt. Aber der Winter wird kommen, in welcher Form auch immer. Zunächst gilt es die Völker vor Fressfeinden wie Mäusen oder Specht zu schützen. Mäusegitter am Flugloch verhindern das Eindringen der Nagetiere, die nicht nur Nahrung sondern auch ein geschütztes Winterquartier suchen. Die damit verbundene Unruhe im Bienenvolk wird meist zum Verlust des Volkes führen. Unsicherheit besteht vielfach zum Einfluss des ungewöhnlichen Witterungsverlaufs auf die Bienenvölker in diesem Jahr. Trockenheit und hohe Temperaturen haben vielerorts den Nektar- und Polleneintrag versiegen lassen. Die Völker haben mit reduzierter oder ganz eingestellter Brutaktivität reagiert. Dies ist zunächst kein Grund zur Besorgnis. Bienen, die keine Brutpflege, keine Futtersaftproduktion vollführen. müssen, werden langlebig und werden den Winter wohl unbeschadet überstehen. Dort wo die Varroabehandlung im Sommer gewissenhaft mit Befallskontrolle durchgeführt wurde besteht jetzt keine Eile  mehr. Erst im in der brutfreien Zeit  sollte man wieder gegen Varroa vorgehen, dabei steht wie immer  die Varroabekämpfung an erster Stelle. Alleine die Befallskontrollen bei jedem einzelnen Volk geben Sicherheit bei der Entscheidung zu behandeln. Da immer wieder von Stand zu Stand und auch von Volk zu Volk große Unterschiede im Parasitierungsgrad bestehen, hilft als Orientierung eine allgemeine Schätzung der diesjährigen Befallslage nur wenig. Für die Winterbehandlung (Brutfreiheit) wird  jetzt die  Oxalsäure (Bienenwohl) verwendet, diese kann im Fachhandel erworben werden.
 
Die positiven Aspekte des Imkerns sind mit dem Hitze und Trockenheit bedingten sehr frühen Trachtende für dieses Jahr Vergangenheit. Mit dem schnelle Trachtende beginnt die Fürsorgepflicht des Imkers für seine Bienenvölker, damit diese gut und stark im Frühjahr auswintern. Die Sorge, die Bienen gingen wieder früher in Brut, da sie früher zu brüten aufgehört hätten, ist unbegründet. Hier sind andere Auslöser maßgebend, wie z.B. die Wintersonnenwende, die danach herrschenden Temperaturen. Also Ruhe bewahren und vor allem den Bienenvölkern diese Ruhezeit gönnen!

Wichtig:
Eine Restentmilbung der Bienenvölker in der brutfreien Phase nach Einstellung der Flugtätigkeit sollte für die nächsten Tage geplant werden. Die eingestellte Brutaktivität im Bienenvolk ist ca. 21 Tage nach dem ersten Frost erreicht, danach sollte die Varroabehandlung erst stattfinden, ansonsten wird keine optimale Wirkung mit der Oxalsäure erzielt, den die meisten Varroa befinden sich in dennoch vorhandenen Arbeiterinnenzellen.
 
Wiederholte Befallskontrollen mit der Stockwindel können dabei im Abstand von 2-3 Wochen durchgeführt werden. Die Überprüfung des natürlichen Abfalls der Varroamilben mittels eingelegter Bodenschieber im Gitterboden ist jedoch einfacher durchführbar. Die abgefallenen Milben auf der Bodeneinlage (Stockwindel) werden am besten in kurzen Abständen von 2-4 Tagen ausgezählt, sonst erschwert das Gemüll die Erkennung der Varroamilben. Dabei wird jede gefundene Milbe gezählt und durch die Anzahl der Tage geteilt. Steigt der natürliche Abfall über einen Wert von 0,5 Varroamilben pro Tag darüber an, ist auf jeden Fall noch einmal zu behandeln.

Arbeitsschutz = Eigenschutz (Gesundheit)
Die Notwendigkeit der Arbeitsschutzausrüstung führt immer wieder zu Diskussionen bei den Imkern. Gerade die Schutzbrille, die sich auch gerne beschlägt, wird oft als hinderlich empfunden! Denken Sie aber immer an die Folgen einer Verletzung oder Verätzung!
Diese können insbesondere in Bezug auf Augen und Lunge massiv sein!
 
Deshalb: Die Einhaltung der Arbeitsschutzauflagen ist Grundvoraussetzung einer jeden Behandlungsmaßnahme. Die entsprechende Ausrüstung findet sich in der Regel in jedem gut sortierten Fachgeschäft.

Arbeiten in der Imkerei:
  • Fluglöcher beobachten, bzw. freimachen
  • Futtervorräte kontrollieren
  • Varroamilbenkontrolle mit Stockwindel
  • Winterbehandlung bei Brutfreiheit durchführen
  • Räuberei vermeiden, Völker einengen
  • Weidezäune aufstellen, zum Schutz der Bienenvölker
  • Honig abfüllen
  • Leere Beuten, Begattungskästchen reinigen bzw. reparieren
  • Bienenstände zudecken
  • Bienenbeuten und Bienenstände gegen Herbststürme sichern
  • alte Rähmchen ausschmelzen und das Bienenwachs reinigen
  • Bienenwachsprodukte erzeugen
  • Weiterbildungsangebote verschiedener Kurse, Lehrgänge  in den Vereinen, Verbänden nützen (http://www.wanderlehrerverband-ktn.at/)
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